Literatur:1996 Scheid: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 5. März 2013, 23:11 Uhr

ie Studie geht der Frage nach der Bedeutung des Altseins und Altwerdens im japanischen Mittelalter (12.-16.Jh.) nach und schließt inhaltlich und chronologisch an die von Susanne Formanek veröffentlichte Untersuchung des Alters im japanischen Altertum (7.-12.Jhdt.) an. Ähnlich wie im Altertum sah man auch im geistesgeschichtlich so stark vom Buddhismus geprägten Mittelalter den Lebensabend vorwiegend als eine Zeit des Leidens und der Vereinsamung an. Dem gegenüber ist jedoch manchen Quellen ein Anwachsen des politischen Einflusses der Alten in der neu entstandenen feudalen Gesellschaft zu entnehmen. Es ergibt sich, sehr allgemein formuliert, ein Widerspruch zwischen geistesgeschichtlichen Quellen (in denen beispielweise die Norm, sich im Alter von der Welt ab und der Religion zuzuwenden, generell stärker betont wird, als die Gebote der Kinderpflicht) und eher sozialhistorisch relevanten Quellen, die eine steigende Bedeutung von "gerontokratischen" Prinzipien wie Seniorität und Anciennität suggerieren. Obwohl sich also das überwiegend negative Altenbild des Altertums relativiert, wird auch aus der Untersuchung des japanischen Mittelalters deutlich, dass die landläufige Auffassung von einer besonderen Hochachtung gegenüber dem Alter in Japan nicht zutrifft.

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