Zielsetzung des Instituts

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Ziel des 1991 gegründeten Institutes ist die längerfristige Erforschung der Kulturen Asiens. Es bezieht sich auf ein „Asien“, das kulturell und geographisch verstanden Ost-, Südost-, Süd- und Zentralasien umfasst, und ermöglicht kultur- und ideengeschichtliche Forschungen in den Wissenschaftsdisziplinen Indologie, Tibetologie, Sinologie, Japanologie, Buddhismuskunde, Religionswissenschaft und Philosophie. Die in Schwerpunkten zentrierte Forschung geht von Originalquellen in den jeweiligen Sprachen aus und verfolgt mit philologisch-historischen Methoden insbesondere ideen- und kulturgeschichtliche Fragen, die sich in Arbeitsfeldern wie Philosophie- und Religionsgeschichte, Religionshermeneutik, Begriffs- und Ideenforschung sowie Lexikographie realisieren. Die Forschungsprojekte dienen der Ausarbeitung von Studien zu kulturwissenschaftlichen Themenkomplexen, der Erschließung und Edition wichtiger Primärquellen und der Erstellung von Spezialwörterbüchern.

Die Ergebnisse der Institutsarbeit sollen die Kenntnisse auf den verschiedenen Fachgebieten erweitern und das Verständnis für die vielfältigen Entwicklungen, Berührungen und gegenseitigen Beeinflussungen der immer stärker in den öffentlichen Blickpunkt rückenden Kulturen Asiens fördern.

Schwerpunkte der wissenschaftlichen Tätigkeit

  • Erschließung buddhistischer Sanskrit-Texte auf der Grundlage neuer Quellen
  • Die erkenntnistheoretische Schule des Buddhismus in Indien und Tibet
  • Indische Philosophie und Religion, unter anderem die Geschichte der indischen Eristik, Dialektik und Logik, sowie die Rāmānuja-Schule und ihre Beziehungen zum Advaita-Vedanta und zum Pāñcarātra
  • Japanische Religionsgeschichte, inbesondere Geschichte des Shinto
(Siehe auch Projekte)

Wissenschaftliche Veranstaltungen und Kooperationen

Das Institut veranstaltet regelmäßig Symposien, Workshops und Konferenzen in seinen Themenbereichen, wie umgekehrt die einzelnen Mitarbeiter_innen Ergebnisse ihrer Arbeit auf internationalen Tagungen präsentieren und diskutieren. Darüber hinaus haben längere Gastaufenthalte der Mitarbeiter_innen an ausländischen Institutionen sowie Einladungen von Gastforschenden, die in die Projekte des Instituts eingebunden sind, zu einer Reihe enger internationaler Kooperationen geführt und das Institut nachhaltig mit der internationalen Forschungsgemeinschaft vernetzt. Kooperationen finden aber auch mit der Universität Wien statt, an der die meisten Mitarbeiter_innen regelmäßig unterrichten und die Forschungsergebnisse so an die Studierenden weitergeben.

Kurze Geschichte des Instituts

1956

Auf Initiative Erich Frauwallners wird die „Kommission für die Sprachen und Kulturen Süd- und Ostasiens“ eingesetzt. 1970 wird sie in „Kommission für die Sprachen und Kulturen Südasiens“ umbenannt. Die Veröffentlichungen der Kommission, die bis heute fortgesetzt werden, enthalten bis auf wenige Ausnahmen Arbeiten zur Geschichte der indischen Philosophie.

1983

wird die „Kommission“ unter Gerhard Oberhammer als Obmann erstmals personalführend. Ein Mitarbeiter arbeitet am langfristig angelegten Projekt eines Wörterbuches zur indischen Erkenntnistheorie und Logik.

1986

wird die „Forschungsstelle für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens“ mit zunächst zwei Mitarbeitern gegründet. Sie arbeitet mit der „Kommission“ zusammen. Neben Südasien und Zentralasien wird auch Ostasien als regionaler Projektschwerpunkt aufgenommen. 1990 arbeiten bereits sieben wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen an der „Forschungsstelle“.

1991

wird die „Forschungsstelle“ nach erfolgreicher Evaluation in das „Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens“ mit Oberhammer als Direktor umgewandelt. Die „Kommission“ wird in das Institut integriert.

1998

übernimmt Ernst Steinkellner nach der Emeritierung Oberhammers das Institut als Direktor.

2004

erhält das Institut durch einen Vertrag mit dem China Tibetology Research Center (CTRC), Beijing, Zugang zu Photokopien der dort gesammelten originalen Sanskrit-Handschriften aus dem 8. bis 14. Jh.

2006

Das Institut wird Teil des neu geschaffenen Zentrums Asienwissenschaften und Sozialanthropologie, das 2012 wieder aufgelöst wird. Das Institut befindet sich nun in baulicher Einheit mit dem Institut für Iranistik und dem Institut für Sozialanthropologie der ÖAW.

2007

wird Helmut Krasser als Direktor des Instituts eingesetzt. Steinkellner betreut als Gastforscher weiterhin das von ihm geleitete Projekt. Zu diesem Zeitpunkt arbeiten außerdem elf weitere wissenschaftliche Mitarbeiter_innen am Institut.

2014

Helmut Krasser verstirbt nach längerer Krankheit. Unter seiner Direktion ist das Institut auf zwanzig wissenschaftliche Mitarbeiter_innen (davon über die Hälfte drittmittelfinanziert) angewachsen. Vincent Eltschinger leitet das IKGA als interimistischer Direktor.

2015

Birgit Kellner übernimmt die Leitung des Instituts. Vincent Eltschinger erhält einen Ruf an die Sorbonne in Paris.

2016

Das Institut übersiedelt gemeinsam mit sechs anderen geistes- und kulturwissenschaftlichen Instituten der ÖAW in das Institutsgebäude Hollandstrasse 11-13 im 2. Bezirk. Sechsundzwanzig wissenschaftliche Mitarbeiter_innen sind am Institut tätig (davon sechzehn drittmittelfinanziert).

Beirat

Wie jedes Institut der ÖAW besitzt das IKGA einen wissenschaftlichen Beirat, der sich zumeist einmal im Jahr zu einer Sitzung an der ÖAW einfindet und die Aufgabe hat, die am Institut bearbeiteten wissenschaftlichen Programme zu evaluieren und sowohl die Institutsleitung als auch die Akademie hinsichtlich des wissenschaftlichen Personals und der Einwerbung von Drittmitteln zu beraten. In der Funktionsperiode 2013–2016 setzte sich der Beirat aus folgenden Personen zusammen:

  • Prof. Dr. Jens-Uwe Hartmann, Professor für Indologie und Iranistik, Ludwig Maximilians Universität München (Beiratsvorsitzender)
  • Prof. Dr. Klaus Antoni, Professor für Japanologie, Universität Tübingen
  • Prof. Dr. Franz-Karl Ehrhard, Professor für Tibetologie und Buddhismuskunde, Ludwig Maximilians Universität München
  • Prof. Dr. Bert Fragner, Prof. emer. für Iranistik, Wien
  • Prof. Dr. Manfred Kern, Professor für Ältere Deutsche Sprache und Literatur, Universität Salzburg
  • Prof. Dr. Susanne Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Professorin für Sinologie, Universität Wien
  • Prof. Dr. Klaus Vollmer, Professor für Japanologie, Ludwig Maximilians Universität München

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