Fragmente der indischen Philosophie test

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Das Projekt basiert auf den Ergebnissen eines früheren Projektes, das mit der Sammlung und Analyse von Fragmenten des älteren Nyāya befasst war. Es wird auf einer relationalen Datenbank aufbauen, die zur Erfassung fragmentarischen Textmaterials entwickelt worden ist und die für das geplante Projekt adaptiert werden soll.

Die philosophischen Schulen Indiens entwickelten ihr Gedankengut vor allem anhand von Kommentaren zu den diese Schulen begründenden Texten, die bestimmten mythischen Weisen zugeschrieben wurden. Diese Texte wurden – nach dem heutigen Forschungstand – in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends von anonymen Redaktoren überarbeitet und in der uns heute vorliegenden Form überliefert. Neben den erhaltenen Kommentaren muss es aber während des ersten Jahrtausends eine beachtliche Menge an philosophischen Werken gegeben haben, die uns nicht überliefert sind. Diese Annahme wird schon allein durch die Tatsache gestützt, dass derartige Werke und ihre Ideen von gegnerischen Schulen immer wieder zitiert wurden oder man sich mit diesem Gedankengut auseinandersetzte.

Eines der Hauptziele des Projektes ist es, die Zitate und Paraphrasen von sowie Anspielungen auf verlorene Texte der Schulen des Sāṃkhya, des Nyāya, des Vaiśeṣika, der Mīmāṃsā und des Lokāyata unter besonderer Berücksichtigung der frühen indischen Erkenntnistheorie, Logik und Dialektik soweit als möglich zu sammeln und zu analysieren. Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, systematisch nach Fragmenten verlorener Werke der genannten Schulen in den erhaltenen Werken der jinistischen Tradition zu suchen, insbesondere in Werken der Digambara Jainas, die sich ausführlich mit anderen Traditionen auseinandersetzten.

Ferner soll die Art und Weise von Zitierungen bzw. andere Arten der Bezugnahme auf Gedankengut früherer Werke als Kompositionselement späterer Werke auch in anderen literarischen Quellen der Wissenschaftsliteratur untersucht werden.

Das Projekt versucht darüber hinaus zwischen den verschiedenen Arten von Bezugnahmen auf verlorene Werke methodisch klar zu unterscheiden: Manchmal wird ein Gedanke eines anderen Werkes nur angedeutet, in anderen Fällen handelt es sich um ein Zitat oder um eine Paraphrase. In diesem Sinn ist der Begriff „Fragment“ in einem engeren Sinn zu verstehen, insofern eine Textpassage nicht nur einen Gedanken eines verlorenen Werkes reflektiert, sondern tatsächlich den Wortlaut einer Theorie eines verlorenen Autors wiedergibt.

Fragmente in Jaina-Werken

Dieser Teilbereich des Projektes untersucht die in Werken der philosophischen Sanskritliteratur der Jainas erhaltenen Fragmente. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung des im Schaffen des Digambara Autors Vidyānandin erhaltenen textlichen Materials aus verlorenen Werken.

Bisher wurden die verschiedenen Formen der textlichen Bezugnahme auf andere Werke im Schaffen Vidyānandins im Kontext der literaturwissenschaftlichen Intertextualitätstheorie untersucht und eine Typologie der intertextuellen Bezugnahmen auf zwei indologischen Konferenzen präsentiert (Matsumoto, August 2012 und Rom, Dezember 2012). Derzeit werden die intertextuellen Bezüge in Vidyānandins Pramāṇaparīkṣā und Bezugnahmen auf die Erlösungslehre des Vaiśeṣika im Tattvārthaślokavārttikālaṅkara und in der Aṣṭasaharī untersucht.

Fragmente aus Werken des Pāśupata

Im Zusammenhang mit dem religions- und literaturgeschichtlich-philologischen Dissertationsprojekt „Frühe Darstellungen des Pāśupata in der Kunstdichtung des Sanskrit und Prakrit“ von Christian Ferstl unter Betreuung von Prof. Karin C. Preisendanz (Universität Wien) sollen Texte der Pāśupata-Tradition in das Datenbankprojekt eingearbeitet werden. Die Dissertation soll neue Daten zur Geschichte des Śivaismus liefern und sowohl diese als auch die literarischen Verfahren der jeweiligen Dichter analysieren.

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