Sprache und Handeln in der frühen brahmanischen Philosophie

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Das Projekt „Sprache und Handeln in der frühen brahmanischen Philosophie“ (P 25287-G15) wurde aus Überlegungen im Rahmen der Untersuchung zu religiösen Hintergründen, Theorien rationalen Handelns sowie der Lehren autoritativer Texte in den Werken buddhistischer Philosophen der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends AD entwickelt. Diese Gelehrten setzten ein spezifisches Konzept menschlichen Handelns und jene Bedingungen voraus, unter welchen es als rational betrachtet werden konnte, dass menschliche Wesen zukünftige Auswirkungen ihrer Handlungen weder wahrnehmen noch erschließen können, insofern sie nicht allwissend sind.

Unter diesen Voraussetzungen zielte das Projekt auf die Untersuchung ab, inwieweit die brahmanischen Philosophen, die Hauptgegner der buddhistischen Philosophen, ihre Theorien zu autoritativen Schriften und Erkenntnismittellehre mit Hinblick auf religiöses Handeln adaptierten. Das Hauptaugenmerk der Projektforschungen war demnach auf die Übersetzung und Interpretation der diesbezüglich wichtigsten Abschnitte des Vidhiviveka („Eine Untersuchung zu den Ursachen menschlichen Handelns“) Maṇḍana Miśras (660/720?), eines der bedeutendsten Autors der als Mīṃāṃsā bekannten Schule der vedischen Exegese und gleichzeitig einer der Begründer der Schule des Vedānta. Im Laufe der Projektarbeit stellte sich heraus, dass die Untersuchungen auch auf andere Texte ausgedehnt werden sollten, die sich mit dem rationalen Handeln gemeinsam mit der Frage beschäftigen, ob und inwieweit menschliche Wesen überhaupt in der Lage seien, übersinnliche Phänomene zu erkennen.

Das Projekt erzielte mit seiner Arbeit wesentliche wissenschaftliche Ergebnisse, die in mehreren Publikationen veröffentlicht wurden: Unser Verständnis des Vidhiviveka sowohl hinsichtlich der Konstitution des Textes als auch mit Bezug auf inhaltliche Aspekte wurde nachhaltig verbessert; es ergaben sich wichtige Aufschlüsse bezüglich des historischen Verhältnisses zwischen den beiden Schulen der vedischen Exegese, nämlich der Mīṃāṃsā und der Schule des Vedānta; weiters wurden Erkenntnisse darüber erzielt, wie die frühe indische Erkenntnistheorie dem Problem außersinnlicher Erkenntnisse begegnete bzw. sich damit auseinandersetzte. Besonders den letzten Punkt betreffend zeigte sich ein Phänomen, das vielen Aspekten des Projektes gemeinsam ist. Die Fragestellung wird in seinen Anfängen nur vage behandelt, aber sehr bald zur zentralen Thematik der Eigendarstellungen der meisten klassischen indischen Philosophen und spiegelt sich in den jeweiligen religiösen Identitäten und Rechtfertigungsstrategien sowie auch in der Grundeinstellung zu Leben und Jenseitsvorstellungen.

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