Vortrag

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Robert F. Wittkamp

Zur Herkunft der japanischen Mythen
Oder: Warum wurde das Kojiki nicht gelesen?

Datum: 6. Dez. 2017, 17:30-19:00
Ort: Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens, 2. Stock Seminarraum (Raum 2.25)
Hollandstr. 11-13, 1020 Wien
Organisation: Bernhard Scheid

Thema

Die Geschichtswerke Kojiki (712) und Nihon Shoki (720) beginnen beide mit Erzählungen, welche die Wissenschaften der Moderne als Mythen identifizierten. Während das Nihon Shoki als erstes offizielles Geschichtswerk gilt, wurde das Kojiki Jahrhunderte lang kaum wahrgenommen und nur von Spezialisten überliefert. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein, aber eine Vermutung lautet, dass das auch etwas mit den Mythen zu tun haben könnte. Ein Ziel des Vortrages ist, eine mögliche Ursache dafür aufzudecken. Die Erzählungen ähneln sich sehr, aber mit jedem genaueren Hinschauen weichen sie mehr voneinander ab, und die Differenzen betreffen bei weitem nicht nur das Detail. So steht am Anfang beider Mythologien eine andere Kosmogonie, und selbst in der für das Tennō-Haus wichtigen Frage der die Herrschaft legitimierenden Ahngottheit weichen sie voneinander ab. Die japanischen Mythen bestehen aus Bausteinen (Mythemen, Erzählungen), die aus vielen Teilen der Welt stammen, und der Blick auf die unterschiedlichen Herkünfte, die sich in eine südliche und nördliche Linie bündeln lassen, könnte zur Beantwortung der schwierigen Frage beitragen, warum das bezüglich der Mythen heutzutage favorisierte Kojiki bis ins späte achtzehnte Jahrhundert hinein so wenig Beachtung fand.


Vortragender

Robert F. Wittkamp

Prof. Dr. phil. Robert F. Wittkamp studierte Japanologie, Sinologie und Ethnologie an der Universität zu Köln. Seit 1994 lebt er in Japan und lehrt seit 2003 an der Universität Kansai (Kansai Daigaku, Osaka) Kultur- und Literaturwissenschaften. Sein Kernforschungsbereich ist die altjapanische Literatur, und den derzeitigen Schwerpunkt bildet die Geschichte des schriftlichen Erzählens von den Anfängen bis ins zehnte Jahrhundert. Sein „Handbuch zur text-orientierten Kojiki-Forschung“ wird voraussichtlich 2018 erscheinen.



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