Workshop

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Subjektivität
Workshop des Forums für Asiatische Philosophie

Datum: 21. – 23. Sept 2007
Ort: Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens (IKGA)
Prinz-Eugen-Straße 8, 1040 Wien (1. Stock)
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Organisation: Marcus Schmücker

Thema

Man kann sich leicht darauf einigen, dass Subjektivität zum Grundinteresse europäischer Philosophie gehört und die Anerkennung von philosophischen Positionen mit den ihnen zugrundenliegenden Konzepten von Subjektivität steht und fällt. Doch ist Subjektivität grundlegend für alle Kulturen und religiöse Traditionen, in denen philosophiert worden ist? Obwohl die Feststellung, dass alle philosophischen Traditionen in den verschiedenen asiatischen Kulturen vom Menschen getragen sind, unmittelbar einsichtig ist, liegt es nahe zu fragen, in welcher Form sich der Mensch selbst als Subjekt in philosophischer Reflexion thematisiert hat und sein Vermögen, sich zu sich selbst verhalten zu können, in seinen gedanklichen Entwürfen Ausdruck gefunden hat.

Doch von welchem Subjekt wird gesprochen und wie sind nahverwandte Grundbegriffe wie Individualität oder Personalität von Subjektivität im Kontext asiatischer Philosophie zu trennen? Sind die moralischen/ethischen Implikationen von Subjektivität dieselben wie in unseren europäischen Traditionen? Welche Begriffsfelder in Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie, Ethik, Ästhetik usw. verweisen auf ein Konzept von Subjektivität und aus welchen Fragestellungen haben sie sich entwickelt? Oder sind philosophische Konzepte, die – wenn auch in europäischer Diskussion kontrovers erörtert – versuchen, ohne Subjektivität auszukommen, geeigneter für eine Annäherung oder Herausarbeitung philosophischer Konzepte in Indien/Asien? Sprechen wir dann von subjektlosen Konzeptionen von Subjektivität oder kommen wir sogar gänzlich ohne sie aus?

Methodisch ist in diesem Zusammenhang ebenfalls zu berücksichtigen, wie wir mit den eigenen philosophischen Positionen umgehen, wenn wir sie anwenden: Können wir philosophische Texte süd- und ostasiatischer Tradition philosophisch interpretieren, ohne einen Begriff des Subjektes zu unterstellen? Können wir aufzeigen, dass die Entwicklung dieses Begriffes nicht nur auf den europäischen Raum beschränkt ist, sondern dass es auch eine asiatische Subjektivität gibt, und der Begriff der Subjektivität nicht nur ein Resultat einer Entwicklung philosophischen Denkens in Europa ist?

Vortragende

  • Karl Baier (Wien)
Mesmeristische Subjekt-Theorie und Rezeption indischer Philosophie bei Karl Joseph Hieronymus Windischman (1775-1839).
  • Tilman Borsche (Hildesheim)
Einleitung zum Begriff "Subjektivität" aus europäisch-philosophischer Sicht.
  • Rolf Elberfeld (Wuppertal)
Subjektivität und Entstehen in Abhängigkeit.
  • Fabian Heubel (Taipei)
Foucault auf Chinesisch – Methodologische Reflexionen zu einer transkulturellen Philosophie der Selbstkultivierung.
  • Richard King (München)
Zum Subjekt des richtigen Handeln bei Aristoteles und Xunzi.
  • Martin Lehnert (Zürich)
Jaques Lacan zum Schmetterlingstraum des Zhuangzi.
  • Simone Müller (Zürich)
Die Subjektivitätsdebatte in der japanischen Nachkriegszeit (sengo shutaisei ronsô).
  • Jens Schlieter (Bern)
Subjektivität und Selbstbeobachtung in der indisch-buddhistischen Tradition.
  • Marcus Schmücker (Wien)
Subjektbegriff im Vedānta.
  • Sven Sellmer (Poznan)
Subjektivität als Problem – Annäherungen in der indischen, antiken und modernen Philosophie.
  • Rafael Suter (Zürich)
Das Subjekt der Sprache im Yinwenzi und anderen Texten der Zhou-Zeit.
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