Vortrag

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Birgit Staemmler

Besessen! Was nun?
Exorzismus auf den Websites japanischer religiöser Heiler

Datum: Do., 5. Dezember 2013, 18:30
Ort: Institut für Ostasienwissenschaften, Japanologie, Seminarraum 1
AAKH Campus, Hof 2, Spitalgasse 2, 1090 Wien
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Organisation: Bernhard Scheid
Kooperation: Institut für Ostasienwissenschaften Universität Wien; Akademischer Arbeitskreis Japan (AAJ)

Thema

Die Vorstellung, dass jemand von einem Geist besessen sein könnte, dass also ein Geist – oder ein Dämon oder eine Gottheit – in den Körper eines Menschen eindringt, ihn kontrolliert und/oder ihm Schaden zufügt, gibt es in vielen Kulturen. Eine solche negative Besessenheit erfordert als Gegenmaßnahme einen Exorzismus, durch den der Geist oder Dämon veranlasst wird, den Körper des Menschen wieder zu verlassen. Japan hat eine sehr lange Tradition von Besessenheits­vorstellungen und Methoden des Exorzismus. Und auch im heutigen Japan (und in Europa) gibt es Menschen, die Besessenheit als Ursache für Pechsträhnen oder Krankheiten annehmen, und es gibt Heiler, die an diesen Menschen Exorzismen vornehmen, um ihnen zu helfen. Weil das Internet sich zu einem fast unentbehrlichen Informationsmedium entwickelt hat, nutzen auch viele dieser Heiler das Internet, um über ihre Dienste und Rituale zu informieren.

Mein Vortrag analysiert die Websites einiger religiöser Heiler in Bezug auf Exorzismus. Ich berichte zum einen von Erlebnissen von Besessenheit und Exorzismus aus der Perspektive der Klienten und zum anderen von Hintergründen von Besessenheit und Methoden von Exorzismus aus der Perspektive der Heiler. Zweitens analysiere ich, wieso im Japan des 21. Jahrhunderts Besessenheit und Exorzismus auf den Websites von Heilern thematisiert werden und warum es durchaus hilfreich sein kann, dass sie dort thematisiert werden.

Vortragende

Birgit Staemmler

Dr. Birgit Staemmler studierte Japanologie in London (SOAS), Heidelberg und Tübingen, wo sie 2002 dissertierte und seither im Rahmen des Forschungsprojekts Cyberreligion tätig ist. Zu ihren Forschungsthemen zählen die neureligiösen Bewegungen Japans sowie die Nutzung des Internets durch japanische religiöse Gemeinschaften. Sie ist Autorin der Studie Chinkon Kishin: Mediated Spirit Possession in Japanese New Religions (Lit Verlag 2009). Zu ihren weiteren Publikationen zählen: Japanese Religions on the Internet: Innovation, Representation and Authority, (hg. mit Erica Baffelli und Ian Reader, Routledge 2012); „Göttinnen, Medien, Stifterinnen, Heldinnen: Weibliche Besessenheit im modernen Japan“. In: Heike Moser und Stephan Köhn (Hg.), Frauenbilder/Frauenkörper: Inszenierungen des Weiblichen in den Gesellschaften Süd- und Ostasiens (2013).


Die obige Abbildung zeigt eine Fuchsstatue des Fushimi Inari Schreins, Kyoto. Füchse gelten in Japan als Boten dieser Gottheit, werden aber zugleich auch häufig für Bessenheiten verantwortlich gemacht. Bild © Birgit Staemmler, 2013

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