Vortrag

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Alfred Moser

Der Photopionier Michael Moser
Ein Zeitzeuge der Meiji-Zeit

Datum: Di., 12. Mai 2015, 17:30
Ort: Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens, Seminarraum 1
Apostelgasse 23, 1030 Wien
Organisation: Bernhard Scheid

Thema

Der Photopionier Michael Moser (1853–1912) stammt aus einer einfachen Bergarbeiterfamilie in Altaussee im steirischen Salzkammergut. 1868 fährt der 15-Jährige als Gehilfe des Photographen Wilhelm Burger mit der K.K. Ostasienexpedition bis nach Japan. Als die Expedition wieder zurückfährt, bleibt Michael aus eigenen Stücken zurück: Ohne jegliche Sprachkenntnisse, ohne Geld. Schließlich wird er von J. R. Black als Photograph für die Zeitschrift The Far East angeheuert und kreuz und quer durch Japan geschickt. In kurzer Zeit erlernt er Japanisch in Wort und Schrift, sowie Englisch, Italienisch und etwas Französisch. 1873 wird er als Dolmetscher der japanischen Delegation zur Weltausstellung in Wien verpflichtet, fährt aber wieder nach Japan zurück, wo er als Photograph in Regierungsdiensten auch dem Kaiser und der Kaiserin vorgestellt wird. 1876 dolmetscht er wieder für die Japaner bei der „Centennial Exhibition“ in Philadelphia und kehrt schließlich in seine Heimat zurück. Nur 1878 wirkt er noch einmal als Japanisch-Dolmetsch bei der Pariser Weltausstellung. Danach bleibt er bis zu seinem Tod 1912 in Aussee als Photograph tätig.

„Mondlichtaufnahme eines Teehauses“; Photographie von Michael Moser, um 1874

Michael Mosers Japan-Photographien zählen zu den frühesten und wertvollsten Photo-Dokumenten Japans an der Schwelle zur Modernisierung. Seine abenteuerlichen Reisen, die ihn zweimal rund um den Globus führten, wurden 1877 vom steirischen Dichter Peter Rosegger in literarische Form gebracht. Michaels Enkel, Alfred Moser, beschreibt in seinem Vortrag Leben und Werk seines Großvaters, das in über 400 Reisephotos, Tagebüchern und Zeitungsartikeln gut dokumentiert ist.

Vortragender

Alfred Moser

Mag. Alfred Moser studierte an der Universität Wien Chemie und Physik, war am Wiener Schottengymnasium als Oberstudienrat und an der Universität Wien als Lektor in der Lehrerfortbildung tätig. Er ist Autor von drei Lehrbüchern der Chemie. Derzeit widmet er sich der Dokumentation von Leben und Werk seines Großvaters.

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