Vortrag

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Melanie Trede

Domestizierte Kriegsikonografie
Die Darstellung der legendären Kaiserin Jingū im 19. Jahrhundert

Datum: 15. Mai 2008, 19:00—20:30
Ort: Institut für Ostasienwissenschaften/Japanologie
AAKH Campus,Spitalgasse 2, Hof 2 1090 Wien
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Kooperation: Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien

Thema

Die Ursprungslegende der japanischen Kriegsgottheit Hachiman geht auf die frühesten historischen Annalen Japans aus dem achten Jahrhundert zurück, sie wurde als Konsequenz der Mongoleneinfälle des späten 13. Jahrhunderts radikal verändert und diente seitdem politischen, sozialen und ästhetischen Programmen verschiedener Auftraggeber von Bildern in zahlreichen japanischen Regionen. In diesem Vortrag konzentriere ich mich auf die Interpretation der Legende im 19. Jahrhundert, die die Heldin in den Vordergrund rückt, die Mutter der Hachiman-Gottheit. Die prähistorische Kaiserin Jingu—bekannt als Archetyp kolonialer Ansprüche Japans—auf drei unterschiedlichen Entwürfen nationaler Geldscheine in Japan zwischen 1873 und 1881 erscheinen zu lassen, ist unter anderem Resultat politischen Kalküls. Bildanalysen ergeben aber auch, dass Jingus Darstellungen nur deswegen erfolgreich sein konnten, weil sie mit facettenreichen Konnotationen im kollektiven Gedächtnis verankert waren, die in populären und elitären Bildgenres des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts zum Ausdruck kommen und unterschiedliche soziale, religiöse und politische Bedürfnisse befriedigten.

Vortragende

Melanie Trede ist Professorin für die Geschichte japanischer Kunst an der Universität Heidelberg seit 2004 und hat an der Columbia University und dem Institute of Fine Arts, New York University, gelehrt. Sie ist Autorin des Buches Image, Text and Audience: The Taishokan Narrative in Visual Representations of the Early Modern Period in Japan (2003) und arbeitet derzeit an dem Buchprojekt Interventions in the Political Iconography of Pictorial Narratives. Forschungs- und Publikationsinteressen umfassen die Bereiche narrative Malerei, Gender und Kunstgeschichte, das „Leben japanischer Malereien“, Sammlungsgeschichte sowie Kunsthistoriographie und Kunstterminologie.

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