Vortrag

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Josef A. Kyburz

Der Körper in Ost und West
Kulturwissenschaftliche Betrachtungen zur Wahrnehmung des Körpers in Japan und Europa, in Wort und Bild

Datum: Freitag, 28. März 2003, 17:00
Ort: Institut für Ostasienkunde, Japanologie, HS 1
AAKH Campus, Hof 2, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien
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Organisation: IKGA
Kooperation: Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien

Thema

Im Seinsbegriff des Abendlandes, zumindest seit René Descartes, stehen sich der Mensch (Ich, Persönlichkeit, Denken, Geist, Seele) und sein Körper als Subjekt und Objekt gegenüber. Schon viel früher aber, seit der Blütezeit der athenischen Bildhauerei zur Mitte des 5. Jh. Vor Chr., ist der menschliche Körper zum Ideal geworden, das Europa in der Folge beobachtet, im kleinsten Detail studiert und im Abbild wiedergegeben hat. Im Vergleich dazu erscheint der Körper in der sinisierten Welt auf eine ganze andere Weise dargestellt, auf ganz andere Art in Raum und Zeit gesetzt. Durch die Gegenüberstellung von zwei Serien emblematischer Darstellungen des menschlichen Körpers, welche einerseits aus dem europäischen (westlichen) und andererseits aus dem japanischen (ostasiatischen) Kulturraum stammen und jeweils deren ganze Geschichte überspannen, soll vor Augen geführt werden, wie grundlegend anders beiderseits der Körper dargestellt und daher auch wohl aufgefasst worden ist. Besonders die heutige Anthropologie, aber auch die Kulturwissenschaft, die Epistemologie, die kognitiven Wissenschaften und die Erkenntnistheorie im allgemeinen, setzen sich noch immer mit der Hypothese auseinander, ob es nicht zwischen sprachlich sehr verschiedenen Kulturen (in unserem Falle Europa und Japan) grundsätzliche oder eventuell gar unüberbrückbare Unterschiede gebe, ob, in anderen Worten, die auf sinnliche Wahrnehmung und Erkenntnis fußende "Wirklichkeit" nicht überhaupt als kultureigen und daher als relativ zu betrachten sei. Anhand zahlreicher Beispiele soll aufgezeigt werden, wo sich die grundlegenden Unterschiede auch befinden und wie sie sich ausdrücken.

Josef Kyburz ist Autor von diversen japanologisch-anthropologischen Studien wie z.B. Cultes et croyances au Japon: Kaida, une commune dans les montagnes du Japon central (Paris: Maisonneuve et Larose, 1987). Derzeit fungiert er neben seiner Lehrtätigkeit in Paris als Präsident der European Association of Japanese Studies (EAJS).

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